Die 8. Woche

Am Sonntag war es dann doch letztendlich soweit und Nicole und Linda mussten wieder nach Dar es Salaam zurück. Also hieß es früh am Morgen „Auf Wiedersehen“ sagen und zwar wirklich auf wieder sehen. Den restlichen Tag passierte dann wenig.

Am Montag besuchten Tinah und ich noch einmal Saidis, um den Fortschritt der Bauarbeiten zu begutachten. Wenn man das Ergebnis mal mit einer bestimmten Baustelle in Berlin vergleicht, so könnten die dort sich da ein, zwei oder auch mehr Scheiben von den Tansaniern abschneiden. Nach einer Bestandsaufnahme, also was an Material schon geliefert wurde und was noch fehlt, machten wir uns auch schon auf den Rückweg nach Nambala.

Am Dienstag besuchten wir die Secondary School in Kikwe. Hier wollten wir die Bettrahmen befestigen. Die Betten haben ein Gestell für das Moskitonetz. Wie auf dem Bild erkennbar, ist dieses nur mit einer Schraube am Bettrahmen befestigt, so dass es sich bewegen kann, was zu Schäden führt. Da im Wohnhaus nur 12V Gleichstrom vorhanden ist, eine Bohrmaschine aber 230V benötigt, ist also das Fixieren mit einer zweiten Schraube etwas schwierig. Daher hat mein Vater bei seinem Besuch Spannösen und eine 30m lange Wäscheleine mitgebracht, um die Gestelle erstmal notdürftig zu fixieren. Da dieses allerdings mehr Zeit beansprucht hat als gedacht, konnten wir nur in einem Raum die Bettgestelle ausbessern. Also liefen wir zurück nach Nambala, wo wir ca. 17:30 Uhr ankamen.

Am Mittwoch fuhren wir noch einmal mit dem Boda Boda nach Kikwe und fixierten noch die Gestelle im zweiten Raum, was wie schon am Tag zuvor den kompletten Nachmittag beanspruchte. Ein Grund hierfür ist ebenfalls, dass man erst ab dem späten Vormittag beginnen kann. Denn jedes Mal, wenn wir in der ersten großen Pause in Kikwe ankommen, laden uns die Lehrer zum kurzen Frühstücks-Imbiss ein und weil eine Ablehnung unhöflich ist, geht hier schon mal etwas Zeit flöten. Heute waren wir dann allerdings doch schon eine Stunde früher zurück in Nambala.

Am Donnerstag trafen wir uns zuerst am Morgen mit Baraka und Goodlove, dem Nachbarn, um über die nächsten Tage zu sprechen. So vereinbarten wir mit Goodlove am nächsten Tag eine Rundtour zu Fuß durchzuführen, um Informationen über Patenkinder zu sammeln die in der Gegend wohnen. Später am Tag, fuhren dann Tinah und ich noch einmal nach Karangai zu Saidis und überprüften den Status des Hausbaus. Den restlichen Tag verbrachten wir in Nambala.

Am Freitag trafen wir (Tinah und ich) uns dann mit Goodlove und liefen zur ersten Familie. Unsere Aufgabe war es, Informationen über die Patenkinder zu sammeln, welche man dann bei Fragen an die Sponsoren weitergeben kann. Dafür hatten wir einen Fragebogen vorbereitet, nach dem wir vorgingen. Dieser enthielt Fragen wie: Bei wem wohnst du, Wie alt bist du, Wo gehst du zur Schule, etc. Ich bin mir nicht sicher, aber insgesamt haben wir heute wohl eine Strecke von mindestens 10 bis 15 Kilometern zurückgelegt und 6 Patenkinder dokumentiert.

Sollte jemand den genauen Namen von diesem Exemplar kennen, bitte mal kommentieren, denn ich habe den Namen leider nicht gefunden.

Eine etwas unangenehmere Begebenheit gab es dann für mich allerdings beim vorletzten Besuch. Wir hatten uns auf den Erdboden gesetzt und befragten gerade eine Mutter über ihren Sohn. Ich hatte den Fehler gemacht, mit kurzen Hosen die Beine auf dem Boden ausgestreckt zu legen, anstatt mich nur mit den Füßen abzustützen und die Beine auf zustellen. Naja, das Ende vom Lied war, dass ich auf einmal einen stechenden Schmerz in der Kniekehle gespürt habe und aufgesprungen bin. Für eine halbe Sekunde konnte ich noch etwas Orange-Hellblaues im Erdboden verschwinden sehen und am Bein hatte ich eine Einbiss Spur, zwei Löcher – einen halben Zentimeter auseinander. Daraufhin hat Goodlove eine Hacke genommen und den Boden umgegraben. Kurze Zeit später hatte er das Tierchen gefunden. Er konnte mir nicht den englischen Namen nennen, meinte aber er kennt es und es handle sich dabei um eine Skorpionart. Ich war zwar etwas irritiert weil das (siehe Bild) für mich nicht wie ein Skorpion aussieht, aber habe es erstmal so hingenommen (später habe ich nochmal nachgeforscht, es war ein Hundertfüßer). In dieser Situation ist es natürlich sehr beruhigend, wenn Goodlove einem die äußerst präzise Information gibt: „Hm der ist zwar giftig, aber nicht sooooo giftig.“ Wir sind dann erstmal in Richtung des nächsten Patenkindes weiter gegangen, aber unterschwellig meinte er dann schon, es wäre evtl. clever mal einen Arzt aufzusuchen. Also liefen wir zur nächsten Dispensary (das ist sowas wie ein Dorfkrankenhaus in Arztpraxis-Größe) wo ich ein Gegengift gespritzt bekommen habe. Anschließend besuchten wir Goodloves Schwester, welche gleich um die Ecke wohnte und uns sogleich zum Mittagessen einlud. Hier befand sich auch gleich das letzte Patenkind für heute und wir konnten, nach dem Essen, unsere Arbeit erst einmal abschließen. Also verabschiedeten wir uns und liefen zurück nach Hause. Dort hieß es dann kurz Ausruhen und Auf zum Flughafen. Denn dort kamen heute noch drei neue Besucher an. Anka und Anika von Nambala Help und Anikas Freund. Anka wird für drei Wochen hier in Nambala bleiben, Anika und Markus jedoch nur für zwei Tage. Nach einem gensamen Abendessen wollten die drei sich dann selbstverständlich erst einmal von der Reise erholen, also ging ich dann auch in die Falle (Synonym für Bett).

Den Samstag haben wir erst einmal ruhig angehen lassen. Nach dem Frühstück liefen wir kurz um das Grundstück und schauten es uns an. Ich kannte es natürlich alles bereits. Etwas später gab es dann schon Mittagessen, bei dem wir beschlossen, nach Usa zu fahren. Also brachen wir nach dem Essen ca. um 15 Uhr nach Usa auf, damit die drei erst einmal Geld abheben konnten, da sie noch keine TSH (Tansanien-Schilling) hatten. Anschließend kauften wir ein paar Mangos für den Abend und liefen noch ein bisschen durch Usa, um es uns anzuschauen und Anikas altes Haus zu finden, wo sie einmal für 7 Monate gewohnt hatte. Nachdem wir es gefunden hatten liefen wir wieder zurück ins Zentrum, kauften noch ein paar Lebensmittel ein und fuhren nach Nambala zurück. Dort gab es dann am Abend nochmal Essen und wir ließen den Abend am Lagerfeuer ausklingen. Damit wäre dann auch schon die 8. Woche geschafft. Danke, dass Ihr wieder dabei seid und fleißig lest was ich hier zusammen zelebriere. Also euch noch eine schöne nächste Woche und man sieht sich/ liest sich.

Woche vom 26.08. bis 01.09.2019

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